
7.30 Uhr loslaufen an den Bahnhof. Um 10 vor 8 fährt ein Zug nach Schenkenzell. NORMALERWEISE........ Ich ziehe ein Ticket, lese den Fahrplan und stelle fest: Samstags fährt dieser Zug nicht. OK, Gunter anrufen und fragen ob er mich nach Schenkenzell fährt. Macht er selbstverständlich! Also gut, er lässt mich im Vortal raus. habe somit schon 3 km weniger zu laufen....auch nicht schlecht.
Starte also gegen halb 9 i

m Vortal ( 350 m NN), die ersten Kilometer, total beschwingt, laufen Super. Meine Schuhe sind perfekt ausgelatscht, meine Kleidung multifunktionell, mein Rucksack zu schwer. Bloß keine Hektik......schließlich will ich ja erst in 35 Jahren in Santiago de Compostela ankommen.
Es geht immer Bergauf.....unglaublich
Ich sehe Bienchen und Blümchen und erfreue mich der Natur! Cobie ist topfit!Dann nach ca. 2 Stunden erreiche ich die Salzlecke. Ganz schön anstrengend das ganze..... erst mal Vespern. Habe schon 1,5 liter getrunken und mindestens 4 liter ausgeschwitzt ( dank Jutta´s Schehenlikör vom Vorabend ) Auf der Salzlecke ziehe ich mir erst mal

mein Hemd aus. Hoffe doch das niemand vorbeikommt und mich hier im BH sitzen sieht, Und wenn doch, dann hoffe ich nicht auf meine Reanimierungskenntnisse zurückgreifen zu müssen. Auf der Salzlecke steht ein Metallkreuz, welches dem Kreuz auf dem Rabanal-Pass nachempfunden wurde.
Kurze Verweilpause....dann geht es weiter!Nach ca. 3 Kilometern (bergauf!) komme ich an den Teufelstein. Der Stein strahlt eine unheimliche Kraft aus. Man bekommt fast Angst. Es wird erzählt, daß zu der Zeit, als die Kapelle in St. Roman gebaut wurde der Teufel mit diesen riesengroßen Steinen versucht haben soll, die Kapelle zu zerstören.Da kam der Herrgott vorbei und zeichnete den Stein mit 3 Kreuzen.Obwohl der Teufel sich, wie noch heute an seinen Fingerabdrücken sichtbar, alle Mühe gab, konnte er den Stein nun nicht mehr hochheben. Ich war sehr beeindruckt von diesen Steinen Die ca. 6 m³ groß sind ( früher größer )

Ich befinde mich nun auf einer Höhe von750 m. Heißt 400 meter Höhe überwunden! Nun geht es meist gemütlich aufnormalen Waldwegen bergab.Treffe viele nette Leute, die mir wohlwollend oder bedauernd zunicken. So ganz kann ich das noch nicht unterscheiden. Haben sie Mitleid oder Bewunderung für mich übrig? Nach ca. 2 Kilometern erreiche ich die Wallfahrtskirche in St. Roman.

Ein schönes Fleckchen Erde. Ich gehe in die Kirche und zünde ein Kerzchen für Susi´s Mama an. ( Komischerweise mach ich das immer. Ich hab noch nie für jemand anderen ne Kerze angezündet. Vielleicht kommt es daher, daß ich evangelisch bin und in dem Jahr in dem Susi´s Mama starb an Heilig Abend in der katholischen Kirche war. Irgendwie hatte ich dort das Bedürfnis eine Kerze für Susi´s Mama anzuzünden!

)
Nach einem kurzen Dankesgebet zieht es mich weiter. Ich komme in die Ortsmitte von St. Roman. Dort steht ein toller Brunnen. MIT TRINKWASSER!!!!! JIpiehhhhhh....meine 3 Liter die ich im Gepäck hatte sind leer! Ich fülle meine Flaschen und wasche mich kurz im Gesicht. Es hat gefühlte 40 Grad in der Sonne. Laut Wettervorhersage sollte es heute auch 30 Grad geben. Setze mich kurz an den Brunnen.
Gegenüber ist ein Hotel. Auf einem einladenden Schild steht : Wanderer willkommen! NIEMALS würden die sich freuen, wenn ein verschwitzter Pilger hier landen würde. Das Hotel sieht sehr Nobel aus. Dicke Autos mit französischen Kennzeichen vorm Hotel. Kurz beschleicht mich das verlangen dort mal auf die Toilette zu gehen mich frisch zu machen und dann ein Glas Leitungswasser mit Zitrone zu bestellen!!!! Als Pilgerer muß ich schließlich sparen!
Nach weiteren 8 Kilometern erreiche ich Ippichen. Ein riesengroßes Dorf, alle 500 meter ein Haus. Immer wieder muß ich aufpassen, daß der Postbote mich auf der schmalen Dorfstraße nicht überfährt. Er fährt so sicher mittig in den Kurfen, er weiß wohl ,daß es hier sonst keine Autos gibt! Ippichen zieht sich ewig. Endlich komme ich wieder zur Kinzig. Ich bin ca. 2 Kilometer vor Wolfach. SUPER!!!!! Bei einem netten Bauernhof mache ich Rast. Die nette Hausbewohnerin setzt sich gleich auf ein Schwätzchen zu mir. Schon wieder fast nen Liter getrunken und das doppelte ausgeschwitzt! Die nette Frau, erklärt mir den Weg zu St. Jakobuskapelle in Wolfach, wieder endlos den Berg hoch! Ich folge also der Muschel und komme nach ca. 1,5 Stunden oben an. Faszinierend!!!!!


Sollte ich irgenwann mal wieder Ruhe suchen, einen schweren Weg gehen müssen oder mir einfach Kraft holen, werde ich diese Kapelle besuchen. Ich fotografiere kein Gottegebäude von innen, daher keine Fotos!
Im einem Nebengebäude lebt eine Ordensschwester von der ich einen Stempel erhalte. Meinen ersten Stempel!!!!!!!


Erstes Ziel erreicht. Ich überlege ob ich auf einer dieser Bänke mein Nachtlager richte. Allerdings ist es erst 15 Uhr und ich bin noch voller Tatendrang. Für meinen Körper wäre es besser gewesen ich wäre dort geblieben ( im Nachhinein erkannt). Aber der Liebe Gott hatte wohl noch was mit mir vor. Also geh ich frohen Mutes weiter in das Städtchen Wolfach. Eine wunderschöne Altstadt. Leider verliere ich die Muschel ( meinen Wegweiser ) aus den Augen. Egal.....erst mal zu Plus was zum Essen für den Abend organisieren...und ein Radler!!!!!
Und jetzt passiert das unglaubliche: im "Plus" frage ich die Verkäuferin nach dem Jakobsweg. Sie weiß es nicht so richtig. Etwas unzufrieden gehe ich mit meinem Wurstsalat, meinem Bier und einem lecker kleinen Käsekuchen aus dem Laden.Auf dem Parkplatz esse ich meinen Kuchen und packe mein Radler und meinen WuSa in den Rucksack. Als ich mich umdrehe steht eine Frau hinter mir und spricht mich an. Kurz der Dialog wie ich ihn in Erinnerung habe:
Sie: Ich habe mitbekommen sie suchen den Weg, ich meine sie müssten da lang. Ich: Ah... ist das der Jakobsweg Richtung Hausach?
Sie: so genau weiß ich das nicht!
Ich: Sind sie nicht von Freudenstadt?????
Sie: Ja doch, ich wohne aber in Wolfach. Woher kennen sie mich?
Ich: Wo haben sie gearbeitet?
Sie : In der LG jetzt LBBW.
Ich : Ja klar....da habe ich mein erstes Konto bei ihnen eröffnet!
sie: Was für ein Zufall, soll ich sie ein Stück mitnehmen?
Ich: ( mit Blick auf Rucksack ) Nein Danke, ich muß laufen, aber meinen Rucksack könnten sie mitnehmen ( anm.: immer noch schwer!) Ich suche eine Bleibe, einen Bauernhof oder ähnliches für die Nacht.
Sie: Ja ich habe nen Garten mit Gefälle und das Haus voller Gäste, sonst würde ich ihnen gerne etwas anbieten.
Ich : Nein nein, ist schon ok..... ich finde schon was.
Also war sie so nett und hat meinen Rucksack mitgenommen nach Kirnbach. Im Nachhinein ein Umweg für mich von ca 10 Km.
Um ca 17 Uhr war ich dann in Kirnbach bei Silvia. sie hatte einige Spirituelle Freunde und einen Heiler eingeladen. Ich wurde spontan doch eingeladen im Garten zu übernachten. Gott meint es eben doch gut mit mir!
Andreas, der Heiler(
www.fernheilung-durch-rafael.npage.de )war gerade mit Martina in der Behandlung. Eine
Radionik-Behandlung. Ich habe davon noch nie was gehört. Martina selbst wendet in ihrer Praxis in Calw auch Radionik an. Yoga, Massagen, Hypnose gehören zu Ihren Gebieten ( liebe Martina ich hoffe ich schreib das hier richtig ). Martina ist eine Frau die einen anstrahlt. Ehrlich anstrahlt. Sie hat eine Aura um sich, die haut einen fast um! Ich weiß noch nicht genau ob es von der Behandlung kam oder ob sie immer so strahlt! Ihre Homepage findet ihr
hier .
Dann war da Susanne. Mit ihr habe ich leider keine E-Mail Adresse ausgetauscht. Auch sie ist eine tolle Persönlichkeit.
Silvia, meine Gastgeberin, war der Hammer! Wir verstanden uns auf Anhieb so gut, daß ich mir vorkam als wäre ich schon immer dagewesen!Ich fühlte mich Pudelwohl. Gott hat mir einen Engel in Form von Silvia geschickt!. Es kann nicht anders sein. Auch sie strahlt etwas aus, das man nicht beschreiben kann! Silvia ist hellsichtig und legt Tarot-Karten, sie ist Helferin und Beraterin in allen Lebensagen, ihre Hompage findet man
hier!
Über den Verlauf des Abends will ich kurz berichten: Erst mal durfte ich poolen, was für ein Luxus für einen Pilgerer

!!!!!
27°C warmes Wasser lud ein zum Planschen! Welch eine Erfrischung für einen gestressten Körper!!!!Später wurde ich zum grillen eingeladen und da ich ein guter und dankbarer Gast bin, habe ich das Gemüse geschnippelt und das Gras im Garten zusammengerecht. Als Dank wurde mir auch ein Mega-Vertrauen entgegengebracht. Während die Gruppe noch kurz die Kapelle in Wolfach besuchen wollte blieb ich alleine im Haus und Garten. Nichts war abgeschlossen oder versteckt. Handys lagen auf den Tischen, Laptop lag da usw. Liebe Silvia ich danke dir für dein großes Vertrauen! Ich weiß es sehr zu schätzen. Sowas erlebt man nicht alle Tage.
Am Abend, beim gemütlichen Grillen,

lerne ich Andreas besser kennen. Faszination befällt mich! Er befördert mein Kopfweh mit wenigen Handgriffen ins Abseits. Für heute Abend geht es mir gut. Andreas lässt verschiedene Steine auf mich wirken. Manche machen mir Angst, weil sie in meinen Händen ganz heiß werden oder die Finger anfangen zu kribbeln. Andere wiederum lösen Schmerzen in meiner Brust aus. Ein Stein der mich von meinen Schatten befreien soll bringt mich zum Dauer-Gähnen. Andreas findet es toll! Ich weiß schon lange, daß ich offen bin für so etwas. Aber heute war es besonders. Villeicht lag es an meinem Pilgerweg. Ich hatte einen freien Kopf! Gegen halb 11 bin ich auf Marc-Leons Matratze ( Sohn von Silvi und Leidenschaftlicher Bus-Sammler, seine HP findet ihr
hier ) gelandet! Wurde aber auch Zeit. Will ja morgen früh raus! Zum Gottesdienst ins Käppele ( Käppeleshof ). Gute Nacht